Skat in Zahlen (2)

Nachdem ich mich im letzten Beitrag hauptsächlich auf den Anteil der Grandspiele konzentriert habe, möchte ich in diesem Beitrag noch ein paar weitere Zahlen nachreichen.

Analysiert wurden alle in den letzten Jahren im Turnierbereich gespielten Spiele, insgesamt 17.967.106 Stück. Die Zahlen weichen von den Zahlen im letzten Beitrag ab, da ich die Zahlen anders aufbereite (eingepasste Spiele sind in der Gesamtbetrachtung ausgenommen). Zudem sind inzwischen ein paar tausend Spiele hinzugekommen.

Eingepasste Spiele4,9%
Farbe (Grundwert)insg.gew.verl.
Ingsesamt95,1%81,64%18,36%
Karo10,7%77,5%22,5%
Herz13,4%77,7%22,3%
Pik16,2%77,9%22,1%
Kreuz21,1%77,5%22,5%
Grand32,2%91,4%8,6%
Null6,4%70,7%29,3%
Nullspieleinsg.gew.verl.
Null50,8%70,7%29,3%
Null Hand1,8%65,7%34,3%
Null Ouvert42,8%86,9%13,1%
Null Ouvert Hand4,6%91,1%8,9%
Schneider (bei „verl“ = Eigenschneider)insg.gew.verl.
Ingsesamt23,4%97,9%2,1%
Karo8,7%96,7%3,3%
Herz11,0%96,9%3,1%
Pik13,6%96,9%3,1%
Kreuz17,8%96,8%3,2%
Grand48,9%99,0%1,0%
Schwarz (bei „verl“ = Eigenschwarz)insg.gew.verl.
Ingsesamt1,4%98,1%1,9%
Karo3,0%93,0%7,0%
Herz3,8%93,8%6,2%
Pik4,7%94,6%5,4%
Kreuz6,3%94,4%5,6%
Grand82,2%99,0%1,0%
Schneider angesagtinsg.gew.verl.
Insgesamt0,1%97,4%2,6%
Karo1,3%83,4%16,6%
Herz1,7%82,7%17,3%
Pik1,7%85,9%14,1%
Kreuz1,4%88,4%11,6%
Grand93,9%98,2%1,8%
Schwarz angesagtinsg.gew.verl.
Insg.0,0%1)45,3%54,7%
Karo1,7%33,3%66,7%
Herz3,9%43,0%57,0%
Pik2,2%25,0%75,0%
Kreuz4,5%25,0%75,0%
Grand87,7%47,1%52,9%
Ouvertinsg.gew.verl.
Insgesamt2,7%94,4%5,6%
Karo12,3%92,5%7,5%
Herz13,1%92,7%7,3%
Pik14,3%92,5%7,5%
Kreuz16,1%92,7%7,3%
Grand44,2%96,6%3,4%

1) Die exakte Zahl ist 0,0011%. Schwarz angesagte Spiele, die nicht Ouvert gespielt werden, spielen statistisch also überhaupt keine Rolle. Bei den fast 18 Millionen betrachteten Spielen fielen gerade einmal 179 Stück in diese Kategorie.

Korrektur: Das seltenste Spiel im Skat

Man, da habe ich in dem Artikel „Das seltenste Spiel im Skat“ aber ganz schön daneben gelegen. Das seltenste Spiel im Skat ist nicht das offene Farbspiel. Nach Auswertung von fast 18 Millionen im Turnierbereich gespielten Spielen ist das seltenste Spiel ein ganz anderes. Irgendeine Idee?

Die Auflösung – inklusive weiterer interessanter Statistiken – gibt es am 20. Dezember.

Skat in Zahlen

Neulich hat sich ein Spieler bei mir beschwert. Er habe gerade bei Skat-Online eine 24er Serie gespielt. In dieser Serie habe es 9 Grands gegeben, das würde jeglicher Logik widersprechen und er habe so etwas in den vielen Jahren, in denen er Skat spiele, noch nie erlebt.

9 Grands in 24 Spielen fand ich nicht wirklich außergewöhnlich. Ich erinnere mich an eine Serie in einer Qualifikation zur Hessischen Einzelmeisterschaft in der wir in der ersten Hälfte einer 48er Serie von 24 Spielen ganze 22 Grands gespielt hatten. Alle wurden gewonnen.

Beim Skat werden zu jedem Spiel die Karten neu gemischt. Und der Zufall interessiert sich nunmal nicht dafür, wieviele Grands bereits ausgegeben wurden und wer diese bekommen hat. Der Zufall ist beim Skat gedächtnislos. Beim nächsten Spiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Grand ausgegeben wird, wieder genau so hoch wie im Spiel davor und im Spiel danach.

Aber wie hoch ist überhaupt die Wahrscheinlichkeit für einen Grand beim Skat? Genau ausrechnen lässt sich das natürlich nicht, denn da spielen noch eine Menge weiterer Faktoren eine Rolle wie die Risikofreudigkeit der Spieler. Zum Glück haben wir aber bei Skat-Online eine große Datenbank mit Daten aus Millionen von Spielen.

Bei einer Analyse über alle im Turnierbereich gespielten Spiele kam ich zu folgender Verteilung:

Eingepasste Spiele4,97%
Karo10,19%
Herz12,67%
Pik15,39%
Kreuz20,07%
Grand30,64%
Null6,07%

In der Liga-Datenbank waren die Ergebnisse ähnlich, allerdings wird in der Liga etwas defensiver gespielt, so dass die Anzahl der eingepassten Spiele etwas höher (5,23%) und die Anzahl der Grand etwas niedriger (26,49%) war.

Dieses Ergebnis entspricht meinen Erwartungen. Grand ist nunmal das Spiel mit dem höchsten Grundwert und überbietet damit die meisten Null- und Farbspiele. Wenn ein Spieler einen Grand hat, wird er ihn mit großer Wahrscheinlichkei auch spielen. Hinzu kommen die Grands, die gespielt werden, weil ein Spieler sein Farbspiel durch einen Buben im Skat überreizt hat oder wo ein Grand gewagt wird, weil man ein gutes Blatt nicht für einen Null Ouvert hergeben möchte.

Aber sind die Zahlen repräsentativ? Sieht das beim „Offline“-Skat vielleicht ganz anders aus? Natürlich ist es beim Offline-Skat nicht ganz so einfach, ein paar Millionen Spiele zu untersuchen. Glücklicherweise haben Frank Schettler und Günter Kirschbach im Buch Das große Skatvergnügen“ (Amazon Link, leider nur noch gebraucht erhältlich) immerhin 20.000 Spiele ausgewertet (alle Zahlen sind hier auch online verfügbar, vielen Dank an Thomas Kinback für den Hinweis).

Eingepasste Spiele1,98%
Karo10.99%
Herz13,45%
Pik16,81%
Kreuz22,06%
Grand29,99%
Null6,69%

Die Zahlen sehen sich wirklich ziemlich ähnlich.

Doch nun zurück zu der außergewöhnlichen Serie, bei der 9 von 24 Spiele ein Grandspiel waren. Das entspricht einer Quote von 37,5% und liegt damit tatsächlich über dem Durchschnitt von 30%. Bei einer so geringen Spieleanzahl ist eine Abweichung von 7,5% aber so gering, dass man eher von einer durchschnittlichen Serie sprechen muss. Bereits bei zwei Grands weniger (7 von 24) läge der Grand-Anteil unter der 30%-Marke.

Aber Zufall ist nunmal Zufall. So gibt es bei uns auch 24er Serien, in denen nur ein oder zwei Grands gespielt wurden und genauso gibt es 24er Serien, bei der deutlich mehr als die Hälfte aller gespielten Spiele Grands waren.

264? Ja!

Das höchst mögliche Reizgebot beim Skat ist 264. Das entspricht einem Grand Ouvert mit vieren (Mit 4 Spiel 5 Hand 6 Schneider 7 angesagt 8 Schwarz 9 angesagt 10 Ouvert 11 Mal 24 = 264). Beim „Offline“-Skat wird dieser Reizwert wohl eher selten gereizt werden. Die Gegenspieler werden viel früher passen oder der Spieler mit dem Grand Ouvert sagt diesen während des Reizens an („Irgendwer mehr als ein Grand Ouvert?“).

Beim Online-Skat hatten wir zu Beginn von Skat-Online ab und an den Fall, dass Spieler diesen Reizwert genannt haben in der Hoffnung, dass ein Spieler mit einem guten Blatt zu schnell auf „Ja“ klickt, da er von der Sprungreizung überrascht wurde. Dieser Spieler hat sein Spiel damit natürlich überreizt und wird es ziemlich teuer verlieren.

Wir haben bereits sehr früh auf diese Unsportlichkeit reagiert. Wird jetzt bei Skat-Online ein Reizwert übersprungen, wird der „Ja“-Button erst mit einer Verzögerung von zwei Sekunden aktiv.

Dennoch kommt es – wenn auch sehr selten – vor, dass ein Spieler trotzdem auf den Bluff mit der hohen Reizung hereinfällt. Gerade neulich erreichte mich eine entsprechende Beschwerde mit der Bitte, den Spieler zu verwarnen und die Bewertung des Spiels rückgängig zu machen.

Ersteres haben wir gemacht. Zweiteres war nicht möglich. ISkO 3.3.8 ist hier eindeutig:

Die Erklärung des Passens sowie das Bieten und Halten eines Reizwertes sind unwiderruflich […].

Als es die Verzögerung beim „Ja“-Button noch nicht gab, hatten wir das beim Internationalen Skatgericht angefragt, das dieses Vorgehen entsprechend bestätigt hat. Auszüge aus der Begründung:

Der Unterschied zwischen Computerskat und Realität unterscheidet sich darin, dass beim Computerskat der Reizwert angezeigt und in der Realität akustisch zu vernehmen ist. In beiden Fällen müssen die Mitspieler darauf achten, was angesagt bzw. angezeigt wird. In dem o.g. Fall hat Vorhand übereilt und ohne den angezeigten Reizwert zu überprüfen, diesen mit „Ja“ bestätigt. Nachdem kein höheres Reizgebot erfolgt ist (erfolgen kann), ist Vorhand verpflichtet, ein Spiel mit dem gehaltenen Reizgebot anzusagen und durchzuführen.

Da Vorhand einen Grand spielen will ist wahrscheinlich ausgeschlossen, dass Mittelhand einen Grand ouvert spielen kann. Dieses überhöhte Reizgebot wurde sicher mit dem Hintergedanken abgegeben, dass Vorhand dieses Gebot (ohne den Reizwert zu überprüfen) bestätigt. Wenn Vorhand den Reizwert überprüft und gepasst hätte, wäre Mittelhand verpflichtet gewesen, ein Spiel entsprechend des letzten Reizgebotes durchzuführen. Da es offensichtlich ist, dass Mittelhand (vorsätzlich) ein Reizgebot über ein Spiel abgegeben hat, das er nicht gewinnen (durchführen) kann, ist Mittelhand in jedem Fall zu verwarnen und im Wiederholungsfall vom weiteren Spiel auszuschließen.

[…]

Update 10:37 Uhr: Ein Grand Ouvert mit 4en hat natürlich den Reizwert 264, nicht 268. Danke, Thomas!

Das einmal gewonnene Spiel

Ein Skat-Online-Spieler hat sich bei mir beschwert. Er war Alleinspieler und einer der Gegenspieler hatte während des Spiels ein technisches Problem, weswegen das Spiel abgebrochen wurde. Obwohl nicht er, sondern ein anderer Spieler das Problem hatte, wurde ihm das Spiel als verloren abgerechnet.

Ich hatte mir das Spiel angeschaut und kam zu dem Ergebnis, dass alles seine Richtigkeit hatte. Der Abbruch erfolgte im siebten Stich des Spiels, zu diesem Zeitpunkt hatte der Alleinspieler sein Spiel bereits verloren. Durch den Spielabbruch gingen der siebte und alle weiteren Stiche an den Alleinspieler.

Der Spieler war damit nicht einverstanden. Er bestand darauf, dass das Spiel durch den Spielabbruch zu seinen Gunsten gewertet werden sollte.

Die Skatordnung ist in diesem Punkt aber eindeutig. Ein einmal verlorenes Spiel kann auch durch einen Regelverstoß der Gegenpartei nicht mehr gewonnen werden. Dies ist in 4.1.3 der Internationalen Skatordnung geregelt, auf die bei allen in der Skatordnung beschriebenen Regelverstößen verwiesen wird:

Unberechtigtes Ausspielen beendet das Spiel. Ist es bereits entschieden, gewinnt die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen.

Im Anhang zur Skatordnung („Wissenswertes für den Skatspieler“) ist dies auch nochmal ausführlich beschrieben:

Wie bei einem Rennen mit dem Zerreißen des Zielbandes der Sieg unwiderruflich feststeht, so ist es auch hier mit dem 61. Auge für den Alleinspieler. Ein Spiel, das bereits gewonnen ist, kann nie mehr verloren werden.

Skat-Online setzt den Ausstieg aufgrund technischer Gründe mit einer Spielaufgabe dieses Spielers gleich. Und auch bei einer Spielaufgabe durch die Gegenspieler wird – wenig überraschend – auf ISkO 4.1.3 verwiesen.

Das alles überzeugte den Spieler nicht, er wolle doch mal sehen, ob andere Plattformen das nicht besser lösen würden. Würde mich wundern…

Das eingepasste Spiel

Wenn alle drei Spieler passen, dann ist das Spiel damit beendet. Es wird als „eingepasst“ in die Liste eingetragen, kein Spieler erhält oder verliert Punkte. Ein „vergeudetes“ Spiel sozusagen. Der einzige Spieler, der einigermaßen von einem eingepassten Spiel profitiert ist der Kartengeber an einem Vierertisch, da keiner der spielenden Spieler punktet.

Erfahrungsgemäß gibt es bei Turnieren über ein oder zwei Serien weniger eingepasste Spiele als bei Meisterschaften und Turnieren über mehrere Serien. Ist ja auch verständlich, bei kurzen Turnieren ist man durchaus eher einmal bereit, auch mit einem schwachen Blatt 18 zu sagen, bei längeren Turnieren vermeidet man eher mal riskante Spiele.

Ich erinnere mich an eine Quali zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Hier haben wir in einer Serie (48 Spiele) ganze 13 Spiele eingepasst. Mehr als drei Runden wurden also nicht gespielt. Wir haben uns bei jedem der 13 Spiele den Skat angeschaut, bei einer Mehrheit der Spiele hätte keiner der Spieler ein brauchbares Spiel zusammenbekommen. Kein einziges Mal hat ein Spieler einen „Riesen“ verpasst.

Das ist natürlich eher die Ausnahme. Ich habe mal in unserer Turnier- und Ligadatenbank geschaut. In der Skat-Online Liga wurden 5,23% der Spiele eingepasst, also etwas mehr als eins von 20 Spielen bzw. 1,9 Spiele je 36er Serie.

Im Turnierbereich kommen wir auf 4,97% der Spiele (entspricht 1,8 Spiele je 36er Serie), hier zeigt sich also, dass im Turnierbereich offensiver gereizt wird.

Es kommt natürlich immer sehr stark auf die am Tisch beteiligten Spieler an. Es gibt Tische, da sind eingepasste Spiele von vornherein so gut wie ausgeschlossen. Stoßen defensive Spieler aufeinander, steigt die Anzahl.

Ich bin eher ein offensiver Spieler und wenn es nur um mich gegangen wäre, hätte es in der Serie bei der Quali keine 13 eingepassten Spiele gegeben. Allerdings hatte ich 7 davon selbst gegeben und bei einem Mannschaftsturnier spielt man nunmal nicht nur für sich. Zum Glück, ich hätte die meisten Spiele wohl verloren.

Schräge Vögel

Es gibt Spieler, die auch nachdem sie ihre Serie beendet haben, keine Pause vom Skatspiel einlegen können. Sie müssen dann unbedingt bei anderen Spielern zusehen. Diese Spieler werden Kiebitze genannt. Die beobachteten Spieler sind von diesen Vögeln in der Regel weniger begeistert.

Mich persönlich stört das in der Regel nicht, solange die Kiebitze sich still verhalten. Ich kann aber die Spieler gut verstehen, die allein von der bloßen Anwesenheit anderer Spieler genervt sind.

Bei einer Meisterschaft übertrieben es die Teilnehmer. Die Teilnehmer hielten sich zwischen den Serien fast ausschließlich weiterhin in dem Spielraum auf. Allerdings fehlte es der Örtlichkeit auch an Alternativen und draußen regnete es in Strömen. Die Turnierleitung forderte die Teilnehmer mehrmals auf, Abstand zu den noch spielenden Teilnehmer zu halten, was leider meist nur kurz Wirkung zeigte.

Bei einer anderen Meisterschaft wurde das hingegen sehr elegant gelöst. War ein Tisch fertig, mussten alle Teilnehmer gemeinsam die Liste abgeben. Die Listenabgabe war am Ausgang des Raums und die Teilnehmer wurden gebeten, in den Nachbarraum zu gehen. Dort gab es Stehtische und einen Ausgang ins „Raucherzimmer“. Auch die Essens- und Getränkeausgabe befand sich dort. So blieben die noch spielenden Teilnehmer unter sich und wurden nicht gestört. Das fand ich wirklich vorbildlich!

Auf die Länge kommt es nicht immer an

Ich bekam neulich eine Support-Anfrage. Ein Spieler hatte sich bei Skat-Online registriert, die Registrierungs-E-Mail sei aber nicht angekommen.

Ich prüfe bei solchen Anfragen zuerst, ob für die E-Mail-Adresse des Absenders eine Anmeldung vorliegt. Da musste ich schon sehr staunen. Die E-Mail-Adresse bestand aus nicht weniger als 48 Zeichen! Und zwar noch vor dem @! Neben Buchstaben waren auch der Punkt und der Bindestrich mehrere Male vertreten. Anscheinend waren sämtliche Familienmitglieder wenigstens mit ihren Initialen berücksichtigt worden.

Also antwortete ich dem Spieler, dass ich unter seiner E-Mail-Adresse keine Anmeldung vorliegen hätte und dass es daher wahrscheinlich ist, dass er sich bei seiner E-Mail-Adresse vertippt habe.

Der Spieler bestand darauf, dass dies nicht der Fall sein könne. Nach einigem Hin und Her bat ich ihn darum, mir die E-Mail-Adresse, mit der er sich angemeldet hatte, einmal zuzusenden. Und tatsächlich war an irgendeiner Stelle ein Zeichen falsch. Zum Vergleich schickte ich ihm seine Absender-Adresse zurück.

Dennoch bestand er weiterhin darauf, dass die E-Mail-Adresse, die er verwendet hatte, die richtige sei. Die würde er immerhin schon sehr lange verwenden und sich damit auch auf verschiedenen Portalen anmelden. Über ein überfülltes Postfach musste er sich dann sicherlich nicht beklagen.

Ich bat ihn schließlich darum, sich einfach mal mit der E-Mail-Adresse, die ich ihm geschickt hatte, anzumelden. Damit klappte es dann überaschender Weise. Das komme ihm aber doch seltsam vor, er würde sich jetzt mal deswegen an seinen E-Mail-Anbieter wenden. Hoffentlich musste er dazu kein Online-Formular ausfüllen…

Spiele für die Ewigkeit

Jeder leidenschaftliche Skatspieler kennt sie: Die Spiele, die man nie vergisst. Für viele Spieler wird es der erste Grand Ouvert sein, für andere ein gewonnenes Spiel ohne 11.

Ich habe ein paar solcher Spiele. Natürlich kann ich mich nicht an jedes noch bis ins Detail erinnern.

Ein Spiel weiß ich allerdings noch ziemlich gut. Nach dem Aufnehmen hatte ich diese Karten auf der Hand:

Pik BubeKreuz AssKreuz 7Pik AssPik 10Pik 9
Pik 7Herz AssHerz 7Karo AssKaro 9Karo 7

Ich entschied mich für einen Grand und drückte neben dem Pik Ass den Pik Buben, zum Schluss kam ich auf 62 Augen. Dank dem gedrückten Pik Buben.

Heute wäre das vermutlich kein besonderes Spiel mehr. Man erkennt ziemlich schnell, dass hier der Pik Bube gedrückt werden muss. Wenn alle Farben laufen erhalte ich mit dem gedrückten Pik Ass nämlich schlimmsten Falls 60 Augen (je 11 auf Kreuz und Herz, 13 auf Pik und 14 auf Karo). Wenn ich den Pik Buben nicht drücke, muss ich ihn also verstechen, das ginge nur auf das blank gedrückte Herz oder Kreuz Ass, wobei ich mir nur eines der beiden blank drücken kann. Wenn ich aber bei einem Grand keinen Buben sondern meine Vollen ziehe, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass mein Bube gezogen wird, sobald ich vom Stich gehe.

Ich nehme mir natürlich die Möglichkeit, noch eine hohe Karte zu stechen, wenn meine Pik 10 abgestochen wird. Aber dann sind meine Gewinnchancen auch mit dem Buben auf der Hand ohnehin äußerst gering. Also sichere ich mir die zwei Augen um für den Fall, dass jede Farbe läuft, das Spiel sicher nach Hause zu bringen.

Was sind Eure „Spiele für die Ewigkeit“? An welche Spiele erinnert Ihr Euch gerne zurück? Ich bin gespannt!

Spielfehler: Absicht oder Versehen?

Neulich wurde ich bei einem Skatturnier Zeuge über eine Streitigkeit am Nachbartisch. Ein Spieler hatte den Schiedsrichter gerufen, da er seinem Mitspieler vorsätzliches Falschspiel unterstellte.

Die beiden Spieler waren Gegenspieler und der Beschwerdeführer hat dem beschuldigten Spieler vorgeworfen, durch absichtlich schlechtes Spiel das Spiel des Alleinspielers gewonnen zu haben. Im Endspiel hat der Spieler seinem Partner nur einen König zugegeben, obwohl er noch ein Ass gehabt hätte, das er stattdessen hätte schmieren können. Die Gegenspieler hatten am Ende 56 Augen in ihren Stichen, mit dem Ass hätten sie das Spiel gewonnen.

Der Beschuldigte räumte den Spielfehler ein, bestritt aber die Absicht. Er hatte sich verzählt und war daher der Meinung, das Ass würde zum Spielsieg nicht ausreichen, er hatte das Ass daher nicht gelegt, da er damit ggf. noch einen Stich hätte machen können.

Erschwerend kam hinzu, dass sowohl der Alleinspieler als auch der beschuldigte Gegenspieler Mitglied im selben Skatverein waren.

Der Beschwerdeführer hat nun verlangt, dass der Alleinspieler sein Spiel als verloren abgeschrieben bekommt und der Gegenspieler zudem verwarnt wird.

Der herbeigerufene Schiedsrichter hat die Beschwerde verworfen. Er hat auch keine Verwarnung ausgesprochen.

Meiner Meinung nach war das die einzig richtige Entscheidung. Der Alleinspieler kann kaum für das schlechte Gegenspiel der Gegenspieler verantwortlich gemacht werden, unabhängig davon ob das schlechte Spiel Absicht war oder nicht. Beide Gegenspieler haften gleichermaßen für die Handlungen des anderen Spielers. ISkO 3.5.2:

Jeder einzelne der Gegenpartei ist gleichermaßen am Erfolg wie Misserfolg der Gegenspieler beteiligt. Es haften demnach auch alle gemeinsam für die Folge von Regelverstößen im Gegenspiel oder Spielaufgabe.

Die Erklärung des Gegenspielers für seinen Spielfehler ist zudem plausibel. Nicht alle Spieler zählen mit und auch gute Skatspieler verzählen sich mal oder verlieren den Überblick. Wenn ein solcher Spielfehler jedesmal zu einer Rüge, Verwarnung oder gar Sperre eines Spielers führen würde, hätten Schiedsrichter viel zu tun.

Aus einem einzigen Spiel lässt sich also noch lange keine Absicht ableiten und dass die beiden Spieler im selben Verein sind bedeutet noch lange nicht, dass man seinen Vereinskollegen absichtlich gewinnen lässt. Immerhin hat der Spieler sich mit seinem Spielfehler auch selbst geschadet.

Was aber, wenn der Spielfehler wesentlich auffälliger ist oder sich solche Spielfehler immer genau dann häufen, wenn sie zugunsten eines bestimmten Spielers geschehen? Auch hier sagt das Internationale Skatgericht mit Hinweis auf ISkO 3.5.2, dass der Spielausgang auf keinen Fall korrigiert wird. Das Spiel wird stets nach seinem tatsächlichen und nicht nach seinem möglichen Ausgang bewertet.

Wenn allerdings das Falschspiel eines Spielers zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, kann man den oder die betroffenen Spieler vom Spielbetrieb ausschließen und ggf. sogar eine Sperre für weitere Veranstaltungen aussprechen. Und selbst wenn sich das Falschspiel nicht zweifelsfrei nachweisen lässt, kann der Veranstalter immernoch ohne Angaben von Gründen von seinem Hausrecht Gebrauch machen. 4.3 der Skatwettspielordnung regelt das:

Veranstalter und Spielleitung haben das Recht, bei nachweisbar willkürlichen Verstößen Teilnehmer ohne weiteres vom Weiterspiel auszuschließen. Die Teilnehmergebühr ist dann verfallen. Jede erneute Beteiligung kann versagt werden. Ebenso ist der Veranstalter berechtigt, die Teilnahme am Wettspiel ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, Spieler desselben Vereins nicht an einem Tisch spielen zu lassen. Idealerweise gibt der Veranstalter dies bereits in der Ausschreibung der Veranstaltung an.

Wir hatten online 2003 einmal einen ähnlichen Fall, den wir damals dem Internationalen Skatgericht zur Entscheidung vorgelegt hatten.