Abweichungen von der ISkO beim Online-Skat (1)

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die Regeln der Internationalen Skatordnung vollständig in Skat-Online umgesetzt haben. Auch wenn der ein oder andere Spieler Kontra und Re schmerzlich vermisst, so ist es für uns sehr wichtig, dass wir uns an das offizielle Regelwerk halten.

Aber tun wir das auch? Wenn man die Skat-Online Skatordnung mit der Internationalen Skatordnung vergleicht, dann stellt man fest, dass a) Erstere viel, viel kürzer ist und b) es doch einige Abweichungen gibt. Sehr viele Regeln sind gar nicht umgesetzt, zwei Regeln wurden abgeändert und eine Regel ist sogar zusätzlich dazu gekommen.

In einer kleinen vierteiligen Serie möchten wir Euch diese Abweichungen vorstellen und darlegen, wie es zu den Änderungen kam.

Im ersten Teil der Serie geht es um unsere Auslegung der ISkO 4.3.4:

Durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung zeigt der Alleinspieler an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, ist das Spiel beendet. Die Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 gelten entsprechend. Bei Nullspielen zeigt er auf dieselbe Weise an, keinen Stich zu erhalten.

In Skat-Online ist die Regel modifiziert. Sie lautet:

Dem Alleinspieler ist erlaubt, zwecks Spielabkürzung seine Karten den Gegenspielern zu zeigen. Weder ihm noch den Gegenspielern entsteht daraus ein rechtlicher Vor- oder Nachteil.

Das bedeutet, dass bei Skat-Online der Alleinspieler jederzeit seine Karten zeigen kann, egal ob die Gegenspieler noch einen Stich machen.

Ist das ein Widerspruch zur ISkO?

Nein. ISkO 4.3.4 verlangt nicht, dass der Alleinspieler in jedem Fall alle restlichen Stiche machen muss. Er muss nur eine zutreffende Erklärung abgeben. Eine allgemeine Erklärung wie „Ich gewinne“ reicht dabei vollkommen aus (Skatgerichtsentscheidung zu ISkO 4.3.4, Fall 13). Bei Skat-Online gehen wir also davon aus, dass der Spieler beim Zeigen der Karten genau so eine Erklärung abgibt und damit sind die Bedingungen der ISkO 4.3.4 erfüllt.

Ohne Frage ist dies eine Abweichung zum „normalen“ Skat. Es ist in Skat-Online nicht möglich, eine andere Erklärung abzugeben als „Ich gewinne“. Somit nehmen wir den Gegenspielern die Möglichkeit, eine fehlende oder falsche Aussage des Alleinspielers beim Zeigen der Karten dazu zu nutzen, das Spiel des Alleinspielers zu Fall zu bringen.

Was würde es bedeuten, wenn wir ISkO 4.3.4 vollständig in den Online-Skat übernehmen. Wir müssten es dem Alleinspieler ermöglichen, eine Erklärung abzugeben. Also erscheint bei „Karten zeigen“ ein Popup: „Bitte gib eine Erklärung ab (leerlassen, wenn Du keine Erklärung abgeben möchtest)“. Wie soll er nun diese Erklärung abgeben? Freie Texteingabe? Oder eine Auswahl an möglichen Erklärungen? Letzteres kommt nicht in Frage, denn ISkO 4.3.4 erlaubt eine beliebige Erklärung, also dürfen wir hier nicht einschränken. Zudem würde dann vermutlich ohnehin jeder Spieler „Ich gewinne“ als Möglichkeit auswählen, und damit können wir das auch gleich lassen.

Also bieten wir ein Textfeld an, in das der Spieler eine Erklärung eintippen kann. Was nun, wenn die Gegenspieler noch einen Stich machen? Die Erklärung müsste daraufhin geprüft werden, ob sie zutreffend war oder nicht. Eine solche Prüfung darf man kaum dem Computer überlassen. Davon abgesehen, dass das sehr kompliziert wäre, dürfte es genügend Fälle geben, in denen eine solche Prüfung nicht möglich ist (z.B. Tippfehler) oder falsche Ergebnisse liefert.

Und mal ehrlich: Welcher Spieler würde sich die Mühe machen, zum Zeigen der Karten eine lange Erklärung einzutippen? Das Zeigen der Karten dient der Spielabkürzung. Wer länger bei Skat-Online spielt stellt fest, dass die Karten manchmal noch im 8. Stich gezeigt werden, um das Spiel abzukürzen. Muss ich erst mühsam einen Text eingeben, würde das kaum den gewünschten Beschleunigungseffekt haben.

Eine vollautomatisierte Umsetzung ist also wenn überhaupt nur mit erheblichem Aufwand möglich. Die Umsetzung in Skat-Online macht das, was sie soll: Sie erlaubt es, ein Spiel abzukürzen. Und das im Sinne der ISkO. Mehr wäre hier definitiv zu viel.

Im zweiten Teil der Serie schauen wir uns eine Regel der ISkO an, die wir – mit Absicht – für Skat-Online völlig umgeschrieben haben.

 

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